In-House Training: Interkulturelle Kompetenz

In House Training Interkulturelle Kompetenz

14.11.2016 von Walter Brandl Interkulturelle Kompetenz

Internationale Geschäftsbeziehungen sind längst keine Seltenheit mehr. Nicht nur die großen Global Player, sondern auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen suchen den Kontakt zu ausländischen Wirtschaftspartnern – und treffen dabei auf eine Vielzahl von Hürden. Die sprachliche stellt sicher die größte dar. Wird eine Fremdsprache beherrscht, heißt das jedoch noch lange nicht, dass sich zwei Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auch wirklich verstehen. Der Schlüssel zum Erfolg heißt: interkulturelle Kompetenz.

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Die gute Nachricht: Interkulturelle Kompetenz kann erlernt werden, beispielsweise im Rahmen eines In-House Trainings. Doch ehe wir zu den konkreten Inhalten eines solchen Trainings kommen, soll zunächst einmal geklärt werden, was genau unter interkultureller Kompetenz verstanden wird. Hierbei geht es nämlich weder um das Vermischen von Kulturen (gern auch als „multikulti“ bezeichnet) oder das krampfhafte Anpassen an die Kultur unseres Gegenübers.

Interkulturelle Kompetenz beschreibt vielmehr die Fähigkeit, eine fremde Kultur zu verstehen und die Bereitschaft, sich aktiv mit ihr auseinanderzusetzen. Sie hilft dabei,

  • andere Kulturen zu respektieren
  • erfolgreich mit Menschen aus fremden Kulturen zu interagieren (nicht nur zu kommunizieren!)
  • Missverständnisse zu vermeiden
  • Vorurteile abzubauen
  • das Wissen zu einer fremden Kultur zu erweitern
  • Verhaltensmuster (beispielsweise zu Tisch) richtig zu deuten und auch selbst anzuwenden
  • Fettnäpfchen zu vermeiden
  • sich aktiv mit anderen Kulturen zu befassen

Vereinfacht gesagt: Interkulturelle Kompetenz hilft dabei, zwischenmenschliche Brücken zu schlagen, die die Grenzen zwischen zwei Kulturen verschwinden lassen. Anpassungen erfolgen selbstbestimmt und aus Höflichkeit beziehungsweise Respekt, nicht, weil man dazu verpflichtet ist.

Warum ist interkulturelle Kompetenz in der Berufswelt so wichtig?

Wer sich noch nie intensiv mit der interkulturellen Kompetenz auseinandergesetzt hat, ist oftmals der Meinung, dass Fremdsprachenkenntnisse allein ausreichend sind, um sich mit einem ausländischen Geschäftspartner zu verständigen. Im Beitrag Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz: Ein unschlagbares Dreamteam haben wir bereits erklärt, dass sprachliche Fähigkeiten stets die Basis und interkulturelle Kompetenzen das „Topping“ darstellen. Trotzdem sind sie weitaus mehr als ein nice to have. Je „fremder“ uns eine andere Kultur erscheint und je komplexer diese ist, desto wichtiger ist es, die nötigen interkulturellen Kompetenzen aufzuweisen. Wieso? Weil Sie nur so den unzähligen Fettnäpfchen und No Gos ausweichen können.

Die Wichtigkeit der interkulturellen Kompetenz lässt sich sehr gut am Beispiel des Geschäftsessens erklären. Gehen wir davon aus, dass Sie dabei nicht nur Ihren Hunger stillen, sondern auch einen wichtigen Deal unter Dach und Fach bringen wollen. Sie wissen, dass sich Ihr Gegenüber nicht nur durch Fakten überzeugen lässt und müssen demzufolge auch (zwischen-)menschlich punkten.

Mangelnde interkulturelle Kompetenz bedeutet natürlich nicht, dass Sie automatisch ein schlechtes Benehmen an den Tag legen. Sie werden sich aller Voraussicht nach so verhalten, wie es die Tischsitten Ihrer Kultur „verlangen“. Genau hier entsteht jedoch die Problematik: Was in Kultur A als höflich und respektvoll gilt, kann in Kultur B unter Umständen total anders bewertet werden. Ein Fauxpas Ihrerseits ist wahrscheinlich keinesfalls gewollt, kann aber dennoch für Aufruhr (und einen platzenden Deal) sorgen.

Sie ahnen vermutlich schon, was nun folgt. Richtig, ein Plädoyer für interkulturelle Kompetenz. Indem Sie sich im Vorfeld intensiv mit der anderen Kultur auseinandersetzen und diese auch verstehen, umgehen Sie die zahllosen Stolperfallen und hinterlassen gleichzeitig einen nachhaltigen und positiven Eindruck bei Ihrem Gegenüber.

Interkulturelle Kompetenz ist so wichtig in der Berufswelt, weil sie uns dabei hilft, unseren Gesprächspartner grundlegend und allumfassend zu verstehen – nicht nur auf der sprachlichen, sondern auch auf der kulturellen Ebene. Ein gesteigertes Verständnis wiederum erhöht Ihre Chancen auf Erfolg und gewinnbringende Zusammenarbeiten. Es lohnt sich also durchaus, über eine entsprechende Weiterbildung für Ihre Mitarbeiter nachzudenken.

Interkulturelle Kompetenz erlernen

Wie eingangs bereits beschrieben, besteht die Möglichkeit, interkulturelle Kompetenz zu erlernen. Wie Sie sich sicher schon denken können, handelt es sich hierbei um sehr komplexe Lerninhalte, die auch eine gewisse Zeit und Bereitschaft voraussetzen.

Um fremde Kulturen verstehen zu können, muss man Kulturen im Allgemeinen verstehen – zu diesem Schluss kam auch der Forscher Dr. Alfons Trompenaars. Der Niederländer befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema und bestimmte in diesem Zusammenhang verschiedene Dimensionen von Kultur:

  • Universalismus versus Partikularismus: Sind Regeln oder Beziehungen wichtiger?
  • Neutralität versus Emotionalität: Wie stark werden Emotionen gezeigt und zugelassen?
  • Individualismus versus Kollektivismus: Baut die Kultur eher auf den Einzelnen oder die Gruppe?
  • Spezifität versus Diffusität: Welche Rolle spielt das öffentliche Leben?
  • Leistung versus Herkunft: Ist ein Status angeboren oder kann man ihn sich erarbeiten?
  • Serialität versus Parallelität: Werden Dinge gleichzeitig oder hintereinander erledigt? Wie teilen wir unsere Zeit ein?
  • interne Kontrolle versus externe Kontrolle: Wird die Umwelt durch den Menschen kontrolliert oder wird sie „in Ruhe gelassen“?

Diese Erkenntnisse von Trompenaars sind heute die Grundlage zahlreicher In-House Trainings zum Thema interkulturelle Kompetenz. Sie helfen Menschen auf der ganzen Welt, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen, diese zu verstehen und in Kontakt mit anderen zu treten.

Hinweis: Es ist sehr interessant, sich die Fragen einmal selbst zu stellen und damit die eigene Kultur besser kennenzulernen.

In diesen Bereichen kommen Ihnen interkulturelle Kompetenzen besonders zugute:

  • allgemeine Gespräche (face to face und am Telefon)
  • Verhandlungsgespräche
  • Verkaufsgespräche
  • Präsentationen
  • Beantwortung von Fragen

Gute In-House Sprachtrainings gehen auf all diese Bereiche ein und vermitteln entsprechende Tipps und Informationen. Fragen Sie unter Umständen im Einzelnen nach, ob die geforderten Inhalte auch wirklich angeboten werden.

Fazit: Gewinnbringende Vorteile durch interkulturelle Kompetenz

In-House Trainings zum Thema interkulturelle Kompetenz werden mit fortschreitender Globalisierung immer wichtiger. Die Weiterbildungen helfen dabei, fremde Kulturen besser zu verstehen und ein respektvolles Miteinander zu schaffen. Nicht nur im privaten, sondern gerade auch im geschäftlichen Bereich ist die Fähigkeit, sein Gegenüber grundlegend (nicht nur sprachlich) zu verstehen, Gold wert und ein eindeutiger Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Oder anders formuliert: Nutzen Sie interkulturelle Kompetenzen, um Ihr Unternehmen voranzubringen und gewinnbringende Geschäfte abzuschließen. Solang die anderen die Wichtigkeit dieser Soft Skills noch nicht erkannt haben, können Sie sich hierdurch einen großen Vorsprung verschaffen.

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